Bibelstudie der Apostolischen Pfingstgemeinde
Die Bibel - Gottes Wort?
Bibel College Leipzig (Studien)
Fach: Grundlagen des Glaubens
 

 
Die Botschaft der Bibel

Lektion 5


5. Die Botschaft der Bibel

5.1 Der Mensch als Sünder

5.2 Das kommende Gericht

5.3 Die Dahingabe Jesu Christo

5.4 Die Gemeinschaft mit Gott


    

5. Die Botschaft der Bibel


Ein Buchautor möchte seinen Lesern üblicherweise etwas vermitteln, Wissen oder Informationen weitergeben, eben etwas, das ihm wichtig erscheint, darlegen. Auch Gott, der eigentliche Autor der Bibel, möchte durch dieses Buch den Menschen seine Gedanken mitteilen. Die Mitteilungen Gottes folgen dabei einem großen Leitgedanken, der sich durch die ganze Bibel verfolgen läßt. Von 1.Mose bis zur Offenbarung trifft man immer wieder auf diesen "roten Faden". Und diese Einheit der Gedanken und der Lehren ist trotz der großen Zeitspanne, während der die Bibel entstand, und trotz der vielen verschiedenen Schreiber vorhanden. Man mag es fast "unglaublich" nennen. Dabei werden jedoch häufig die selben Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, so daß es für manchen vielleicht sogar schon mal scheint, als sei gar keine Einheit, sondern eine Vielzahl unabhängiger Gedanken vorhanden.

Die Botschaft der Bibel wird hier in vier Hauptpunkte unterteilt, wobei man sagen kann, daß alles auf einen Höhepunkt ausgerichtet ist. In der Heiligen Schrift laufen alle Gedanken auf eine Person, nämlich auf Jesus Christus, zu, und als den Höhepunkt der Bibel kann man seinen Ausruf "Es ist vollbracht!" (Johannes 19:30) betrachten.

   

5.1 Der Mensch als Sünder


Gottes Wort bezeichnet alle Menschen ohne Ausnahme als Sünder. Unter einem Sünder versteht man eine Person, die sich durch das Übertreten eines von Gott gegebenen Gebotes selbst die Möglichkeit nimmt mit Gott in Verbindung zu treten. Dagegen hat das Verletzen einer Diätvorschrift, wofür das Wort "sündigen" häufig verwendet wird, mit dem eigentlichen Sinn recht wenig zu tun.

Die Bibel erklärt unzweideutig, daß es niemanden gibt, der Gottes Anforderungen entspricht:

Psalm 14:1
"Sie haben verderbt gehandelt, sie haben abscheulich getan; da ist keiner, der Gutes tue."

Psalm 53:2-3
"Gott hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da sei, einer, der Gott suche. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt verderbt; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer."

Prediger 7:20
"Denn unter den Menschen ist kein Gerechter auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige."

Römer 3:23
"Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, ..."

Römer 5:12
"Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen, und durch die Sünde der Tod und also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben;"

Viele Menschen widersprechen diesen scharfen Worten der Bibel heftig. Es wird dann häufig vorgebracht, daß es doch wohl "gute" und "böse" Menschen gebe. Man könne doch nicht einen Schwerverbrecher auf dieselbe Stufe stellen wie einen ordentlichen, rechtschaffenen Menschen. Aber das meint die Bibel gar nicht. Gott übersieht keineswegs die Bandbreite zwischen sogenanntem "Guten" und "Bösen", aber hier geht es einfach darum aufzuzeigen, daß jeder Mensch gesündigt hat.

1.Johannes 1:8
"Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns."

Hiob 9:2-3
"Und wie könnte ein Mensch gerecht sein vor Gott? Wenn er Lust hat, mit ihm zu rechten, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten."

Dieser Zusammenhang läßt sich sehr gut durch einen Vergleich erklären: Jeder Mensch hängt an einer Kette über einem tiefen Abgrund. Die Kette stellt die Gebote Gottes dar. Nun stürzt jedermann unweigerlich ab, bei dem nur ein einziges Kettenglied nicht hält, der also im übertragenen Sinn nur gegen ein einziges Gebot verstoßen hat. Es spielt dann keine Rolle mehr, ob tatsächlich nur ein Kettenglied reißt oder vielleicht zwei oder möglicherweise gar alle zugleich. Der Absturz ist unvermeidbar. Kannst Du das verstehen lieber Leser. So einfach ist das wenn wir richtig hinschauen.

Es kann geradezu als die Natur des Menschen bezeichnet werden, daß er sündigt:

Jeremia 13:23
"Kann ein Mohr seine Haut wandeln, ein Pardel seine Flecken? dann könntet auch ihr Gutes tun, die ihr an Bösestun gewöhnt seid."

Dennoch ist der Mensch für sein Tun selbst voll verantwortlich, da er die Fähigkeit hat gut und böse zu unterscheiden

1.Mose 3:5
sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

   

5.2 Das kommende Gericht


Gott hat als sein Erschaffer berechtigte Ansprüche an den Menschen. Da aber, wie oben bereits ausgeführt, kein Mensch den Forderungen Gottes entsprechen kann, folgt daraus, daß Gott den Menschen bei einer Gegenüberstellung, oder beim Gericht, wegen seines Versagens richten muß. Denn Gott ist absolut heilig und kann auch nicht die geringste Sünde in seiner Nähe dulden:

Psalm 5:4
"Denn nicht ein Gott bist du, der an Gesetzlosigkeit Gefallen hat; bei dir wird das Böse nicht weilen."

Schon der irdische Tod ist eine Folge der Sünden des Menschen:

Römer 6:23
"Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, ..."

Doch das eigentliche Gericht wird erst nach dem irdischen Tod des Menschen stattfinden:

Hebräer 9:27
"Und ebenso wie es dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, ..."

Aber bevor Gott die Menschen richten wird, werden sie auferstehen:

Johannes 5:28-29
"Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören, und hervorkommen werden: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts."

Im Gericht werden die Menschen Rechenschaft über ihr Tun ablegen müssen:

Matthäus 12:36
"Ich sage euch aber, daß von jedem unnützen Worte, das irgend die Menschen reden werden, sie von demselben Rechenschaft geben werden am Tage des Gerichts;"

Prediger 12:14
"Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über alles Verborgene bringen." ()

Wenn der Mensch einmal vor Gott steht, wird er von diesem dann hören müssen:

Lukas 13:27
"Ich sage euch, ich kenne euch nicht, wo ihr her seid; weichet von mir, alle ihr Übeltäter!"

Der Mensch wird dann für immer getrennt von Gott leben müssen. Das wird in der Bibel auch Hölle, Feuersee oder zweiter Tod genannt. Der Urteilsspruch des höchsten Richters lautet also:

Matthäus 25:41
"Gehet von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln;"

Aus dieser Bibelstelle ist aber zugleich auch zu ersehen, daß es durchaus nicht Gottes Absicht war, den Menschen zu strafen. Das "ewige Feuer" wurde nämlich für den Teufel bereitet und nicht für die Menschen.

In der Bibel wird der Ablauf des Gerichts sehr genau beschrieben:

Offenbarung 20:11-13,15
"Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren, und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. ... Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buche des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen."

Es ist den Menschen unmöglich, dem göttlichen Schuldspruch zu entgehen, denn "er hält keineswegs für schuldlos den Schuldigen." (Nahum 1:3)

   

5.3 Die Dahingabe Jesu Christo


Natürlich weiß auch Gott, daß kein Mensch in seinem Gericht bestehen kann

Psalm 1:5
Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gericht noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Deshalb hat er einen Ausweg geschaffen, "da er nicht will, daß irgendwelche verloren gehen" (2.Petrus 3:9). Es ist keineswegs so, daß Gott den Sünder gerne verurteilt:

Hesekiel 33:11
"So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jahwe, ich habe kein Gefallen am Tode des Gesetzlosen, sondern daß der Gesetzlose von seinem Wege umkehre und lebe!"

Im Gegenteil spricht eine Bibelstelle vom "Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." (1.Timotheus 2:4) Aber seine Heiligkeit kann nichts Böses in seiner Nähe ertragen und verlangt daher eine Bestrafung der Sünden.

Um die Menschen, die er ja liebt, nicht verurteilen zu müssen, gab es für Gott nur einen Rettungsweg: Ein Unschuldiger, also jemand, der Gottes Geboten vollständig gehorcht hatte, mußte von ihm für die Ungerechtigkeiten der Menschen bestraft werden. Eine andere Alternative gab es nicht. Nur, wo sollte Gott einen Gerechten finden, der dann die Strafe für die anderen erleiden könnte? Die Menschen waren und sind schließlich alle Sünder.

Allein eine Möglichkeit gab es noch: Gott mußte in Jesus Christus, als Mensch auf diese Erde kommen.

Johannes 3:16
"Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe."

Und Gott handelte - aus Liebe zu den sündigen Menschen.

Römer 5:8
"Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist." 

Der Sohn Gottes, der Mensch Jesus, war der einzige sündlose Mensch, der je auf der Erde lebte. Aber er nahm die Sünden aller Menschen auf sich, als er am Kreuz von Golgatha starb.

Jesaja 53:4-5
"Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. ... um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden."

Aber mehr noch: Gott sah es so, als sei er die Ursache der Sünde selbst.

1.Korinther 5:21
"Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, ..."

Der Mensch Jesus Christus, "welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden" (1.Petrus 2:22), starb am Kreuz von Golgatha, um damit der Heiligkeit Gottes genüge zu tun.

Das war Gottes Weg, um seine Liebe und Heiligkeit gleichzeitig zu erweisen. Denn aufgrund dieses Ereignisses kann jetzt jedem Menschen umsonst (d.h. ohne eigenes Dazutun) die Vergebung seiner Sünden angeboten werden. Die Bibel sagt:

Römer 3:24
"... und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christo Jesu ist;"

Apostelgeschichte 10:43
"Diesem geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen."

Der Mensch muß lediglich das Erlösungswerk des Herrn Jesus im Glauben für sich persönlich annehmen. So, und nur so, kann er im göttlichen Gericht bestehen.

Hebräer 11:6
"Ohne Glauben aber ist es unmöglich ihm (Gott) wohlzugefallen;"

Dieses Heilsangebot gilt für jeden Menschen,

Titus 2:11
"denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen"

Aber der schuldbeladene Mensch muß schon freiwillig zu Gott kommen und Buße tun. "Buße tun" bedeutet, daß man seine Schuld und Auflehnung gegen Gott anerkennt und die Sünden vor ihm bekennt, im Bild gesprochen seine Sündenlast bei Gott ablädt. Gottes Rettungsangebot an die Menschen steht:

Apostelgeschichte 3:19
"So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, ..."

Oder etwas schärfer:

Apostelgeschichte 17:30-31
"... gebietet er (Gott) jetzt den Menschen, daß sie alle allenthalben Buße tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten."

Man kann sich diesem Befehl natürlich auch widersetzen, aber davon ist ernstlich abzuraten.

Gott sagt zu, die Sünden zu vergeben, wenn sie ihm offen bekannt werden:

1.Johannes 1:9
"Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit."

Psalm 32:5
"Ich sagte: Ich will Jahwe meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Ungerechtigkeit meiner Sünde."

Ja, Gott kann (und muß) die Sünden nach einem ehrlichen Bekenntnis vergeben, denn

1.Johannes 1:7
"das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde"

Der Himmel gerät dann vor Freude über die Rettung eines Menschen in Bewegung:

Lukas 15:10
"Also, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut."

Und Gottes Zusage läßt keinen Zweifel an der endgültigen Sündenvergebung zu:

Hebräer 10:17
"Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken."

Römer 8:1
"Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind."

Der Herr Jesus hat bei Gott die "offene Rechnung" für den reuigen Sünder völlig beglichen.

Galater 3:13
"Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist;"

- Das ist Gnade und Gerechtigkeit in einem!

Es bleibt jetzt nur noch die Entscheidung jedes einzelnen Menschen, dieses Rettungsangebot anzunehmen:

Römer 2:4
"Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut, nicht wissend, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet?"

   

5.4 Die Gemeinschaft mit Gott


Gottes Wunsch war es, daß er mit frei denkenden und handelnden Menschen Gemeinschaft haben könnte. Er wollte jemanden haben, mit dem er Umgang pflegen könnte. Er wollte keine Roboter, die sich nach seinem Willen richten müssen. Deshalb schuf er den Menschen als ein Wesen, das sich frei entscheiden kann. Der Mensch kann denken, er hat einen Verstand. Das zeichnet ihn vor den Tieren aus. Gott erschuf den Menschen in einer vollkommenen, sündlosen Form, in seinem Bilde.

1.Mose 1:26
Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Doch der Mensch nutzte seinen von Gott gegebenen Verstand dazu, sich gegen ihn zu entscheiden. Er übertrat das einzige Gebot, daß Gott ihm gegeben hatte, fiel so in Sünde und brach dadurch die Verbindung zu Gott ab (1.Mose 3).

Der Mensch brachte es so weit, daß Gott das Gericht der Sintflut über die Erde bringen mußte (1.Mose 6:7). Lediglich Noah und seine Familie wurde gerettet. Nach der Flut machte Gott dann einen Bund (sozusagen einen Vertrag) mit Noah.

1.Mose 9:8-17
"Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist. Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden." 

Doch schon kurz danach zeigte Noah, daß auch er nicht in der Lage war, mit Gott in Verbindung zu bleiben.

1.Mose 9:20-24
"Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten des Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie ihres Vater Blöße nicht sahen." 

Später versuchte Gott wieder, die Gemeinschaft mit den Menschen zu ermöglichen, indem er einen Bund mit Abraham, damals noch Abram, machte.

1.Mose 15:18
"An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat:"

Aber die weitere Geschichte zeigt, daß auch auf dieser Grundlage keine dauerhafte Gemeinschaft mit Gott möglich war. Daher gab Gott den Israeliten durch Mose das Gesetz (2.Mose 20ff). Damit wollte er es den Menschen ermöglichen, aus eigener Kraft die Verbindung mit ihm herzustellen und zu erhalten. Aber obwohl die Israeliten gesagt hatten: "Alles was Jahwe geredet hat, wollen wir tun!" (2.Mose 19:8), war kein Mensch in der Lage, die Gebote Gottes in vollem Umfang zu erfüllen.

Römer 3:20
"Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden;"

Das Gesetz kann letztendlich nur dem Zweck dienen, dem Menschen mit allem Nachdruck seine ganze Boshaftigkeit vorzustellen und mittels der Opfervorschriften zu verdeutlichen, daß zur Sündenvergebung der stellvertretende Tod eines Unschuldigen notwendig ist. Als nächstes versuchte Gott dann die Verbindung mit dem Menschen wieder herzustellen, indem er sich ein Haus (den Tempel zu Jerusalem) auf der Erde erbauen ließ. Doch schon bei der Tempeleinweihung erkannte der König Salomo:

1.Könige 8:27
"Aber sollte Gott wirklich auf der Erde wohnen? Siehe, die Himmel und der Himmel Himmel können dich nicht fassen; wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!"

Gott gab den Menschen also viele verschiedene Möglichkeiten, um von sich aus die Gemeinschaft mit ihm wiederherzustellen. Aber jeder muß einsehen, daß die menschlichen Mittel und Fähigkeiten dazu nicht ausreichen:

Jeremia 2:22
"Ja, wenn du dich mit Natron wüschest und viel Laugensalz nähmest: schmutzig bleibt deine Ungerechtigkeit vor mir".

Deshalb kam Gott schließlich, als letzten Ausweg aus dieser verzweifelten Lage, in seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde.

Römer 8:3
"Denn das dem Gesetz Unmögliche, ..., tat Gott, indem er, seinen eigenen Sohn ..." sandte.

Apostelgeschichte 13:39
"Und von allem, wovon ihr im Gesetz Moses' nicht gerechtfertigt werden konntet, wird in diesem jeder Glaubende gerechtfertigt."

Durch den Kreuzestod Jesu öffnete Gott nun selbst einen Weg zu sich. Jesus Christus sagte:

Johannes 14:6
"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich."

Nur auf der Grundlage des Erlösungswerkes Jesu ist es nun wieder möglich, daß Menschen mit Gott in Verbindung treten und ihn anbeten können.

Johannes 4:23-24
"... denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten." ()

Damit hat Gott sein Ziel erreicht. Es ist den Menschen nun wieder möglich, Gemeinschaft mit ihm zu haben.

1.Johannes 1:3
"Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus."

Auf der Erde kann der Mensch Gott jedoch niemals sehen. Er kann hier nur geistlicherweise mit ihm in Verbindung treten. Aber Gott möchte in seinem Reich, dem Himmel, auch eine ewige direkte Gemeinschaft mit dem Menschen haben. So bat der Herr Jesus:

Johannes 17:24
"Vater ich will, daß die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf daß sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, ...".

Und seinen Jüngern versprach er:

Johannes 14:2-3
"In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; ... ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet."

 


Drucken Fragen/Probleme
vorherige Lektion | nächste Lektion