Der Herr und Du!   Thomas Gebhardt Drucken Predigt ausdrucken

Richter 7:2
Der Herr aber sprach zu Gideon: „Des Volks ist zu viel, das mit dir ist. Israel möchte sich rühmen wider mich und sagen: Meine Hand hat mich erlöst.

Ein sehr eigenartiges Thema möchte ich heute behandeln. Wie schon in einigen meiner vorherigen Darlegungen, möchte ich wieder auf das Thema kommen, was heute in so vieler Munde ist, Erweckung. Immer und immer wieder werden uns auf unterschiedliche Weise Erweckungen prophezeit. Gewiss, die Menschen müssen aufgeweckt werden, denn die Bibel zeigt uns den katastrophalen Zustand der Gemeinde im Gleichnis von den 10 Jungfrauen. Alle waren sie eingeschlafen! Meine Lieben, das ist der Zustand unserer Kirchen weithin. Aber leider nicht nur der großen Kirchenorganisationen, sondern es ist auch der Zustand unserer Gemeinden und Versammlungen weithin. Eingeschlafen! Manche unter Euch haben sich nicht verunreinigt. Geistlich gesehen seit Ihr Jungfrauen - aber Jungfrauen die in tiefen Schlaf gefallen sind. Ihr merkt nicht, wie das kostbare Öl abnimmt, Eure Lampen immer dunkler werden und bei einigen von Euch am erlöschen sind. Tatsächlich braucht Ihr, meine Lieben, Erweckung, jemanden der Euch aus Eurem Zustand des Schlafs herausholt.

Meist helfen da nur drastische Ma▀nahmen. "Um die Mitternacht aber erhob sich ein Geschrei", sagt die Bibel. Manche von Euch lieben kein Geschrei in der Versammlung, aber manchmal ist es notwendig um die Eingeschlafenen zu wecken. Meine Predigten sind nicht leise, manchmal verlasse ich meinem Platz hinter der Kanzel um jemanden, der zu tief geistlich schläft, zu rütteln, manchmal muss ich schreien, nicht um eine Show zu vollführen, sondern um die Schlafenden aufzuwecken. Oh, meine Lieben, es gibt so viel gute Leute in unseren Gemeinden, aber sie schlafen. Sie schreiben mir und rufen mich an, dass es in ihrer Nähe keine Versammlung gibt, aber sie sehen nicht, dass Gott sie gerade dorthin gesetzt hat, weil es dort keine Versammlung der Heiligen, der Unbefleckten, der Jungfrauen gab. Er hat sie dahin gesetzt, damit sie eine solche Versammlung anfangen. Gewiss, Du hast eine kleine Kraft, aber das schützt Dich schon davor hochmütig zu werden. Gott wird in den Schwachen mächtig sein, sagt meine Bibel. Ich wei▀, Du sagst: "Aber ich kann nicht, ich fühle mich nicht berufen, ich bin nicht heilig genug", das alles ist bestimmt wahr, aber meine Bibel sagt: "Ich vermag alles durch den der mir die Kraft gibt, JESUS!" Siehst Du, Du kommst mir nicht davon, wie Du dich auch windest, Du kannst Dich nicht aus der Verantwortung stehlen! Aber nicht wahr, Du bist eingeschlafen! Mit Dir ist kein Krieg, kein Kampf mehr zu gewinnen. Deine Lampe ist am verlöschen. Hast nichts womit Du deinen Geschwistern, Deinen Mitjungfrauen, helfen könntest. Schickst sie lieber zu den Krämern. Das ist der Zustand vielerorts in unserem Land.

Nun, zu jeder Zeit gibt es schwierige Situationen. So auch zur Zeit Gideons. Der Feind war mächtig. Jeder verantwortungsvolle Feldherr zählt seine Scharen und überlegt und rechnet mit welcher Macht der Feind antreten könnte. Er versucht die letzten Reserven zu sammeln um ja eine große Macht zu haben. Aber hier hören wir etwas ganz anderes, Gott sagt: „Des Volks ist zuviel!" Jedoch es kommt noch schlimmer. Gott, der Herr, erlässt den Befehl ausrufen zu lassen: „Wer verzagt ist, der kehre um."

Zu unserem Erschrecken, ja zu meinem Entsetzen, lesen wir, dass 22000 Mann nach Hause gehen. Meine Lieben, wisst ihr, was das bedeutet? Diese Leute waren von Anfang an verzagt, hätten nie gute Soldaten abgegeben, hätten nur meinen Proviant weggegessen. Aber nicht nur das, immer wieder in der Bibel sehen wir, Verzagtheit steckt irgendwie an und so hätten sie die anderen auch noch verzagt gemacht und der Feind hätte leichtes Spiel gehabt.

Nun, aber jetzt, nachdem die 22000 gegangen waren, musste jeder normal denkende Mensch doch sagen, dass es nun keinen Zweck mehr hat, ja überaus töricht wäre, weiterkämpfen zu wollen. Eigentlich, menschlich gesehen, blieb nur ein Ausweg: Sich geschlagen geben und einfach aufgeben.

Aber, meine lieben Leser, ist das nicht gerade die Not, die wir immer wieder im Werk des Herrn sehen, mit Schmerzen sehen. Viele liebe Mitarbeiter möchten Tag und Nacht für den Herrn arbeiten, sie möchten alles opfern und selbstlos dienen, laut beten, fröhlich singen solange die Schar groß ist, solange viele Menschen das Werk unterstützen und mitmachen.

In unserem Text macht der Herr es sehr deutlich, dass es bei der Arbeit im Reich Gottes nicht auf Zahlen und auf Macht und die Größe ankommt. Wichtig, Ihr Lieben, ist allein der Herr. Die Bibel sagt: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth." (Sacharja 4:6)

Es ist nebensächlich, wie viel Kämpfer mit dem einen gehen, der nicht verzagt ist. Und Gideon war nicht verzagt, er vertraute dem Herrn. Es war ihm egal ob 30000 oder 300 oder nur 3 Mann mitgehen. Meine lieben Leser, auch in Eurem Fall kommt es nicht darauf an wie viel Ihr seid. Es kommt allein darauf an ob Ihr da, wo Ihr seid, die Kapelle des Herrn bauen wollt. Selbst wenn Ihr nur drei seid, aber der lebendige Gott bei Euch ist, dann werdet Ihr den Sieg erringen. Ein Mensch mit dem Herrn ist immer in der Überzahl.

Diese Tatsache gibt den Mitarbeitern des Herrn eine große Sicherheit, Ruhe und Gewissheit in jedem Kampf, in welchen sie gestellt werden. Aber Du sollst wissen, und das auch ganz sicher, und immer daran denken, ohne den Herrn bist Du verloren.

Deshalb ist es nötig zu prüfen ob der Herr mit uns ist. Wie viel vergebliche Mühe wenden wir auf um einen großen Haufen in den Kampf zu nehmen. Wir vergessen darüber die Hauptsache, den Herrn! Auf 22000, so leid es mir tut das sagen zu müssen, kann ich verzichten, wenn sie nicht mit ganzem Herzen den Herrn nachfolgen und dadurch verzagt sind, aber auf den Herr kann ich nicht verzichten. Er ist der Garant dafür immer siegreich zu sein! Freund, denke immer an die Hauptsache, an den Herrn. Prüfe immer wieder ob der Herr mit dir ist und dann geh mutig voran. Der Herr und Du sind eine gewaltige Macht, der niemand widerstehen kann. Und dann, meine Lieben, habt Ihr auch Öl genug um denen zu geben, die bitten, braucht sie nicht zu den Krämern zu schicken, in die unheiligen Gemeinden zu schicken, was sie dort erhalten langt doch nicht ins Reich Gottes einzugehen!

In Jesu Liebe! Gott segne Euch. Br. Thomas Gebhardt


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